23 August 2019

[Review] Mademoiselle Hanamura 1 – Aufbruch zu Modernen Zeiten

von Velverin

Japan ist im Umbruch. Die Meiji-Ära ist gerade zu Ende und die Taisho-Ära hat begonnen. Japan wird durch den Einfluss westlicher Staaten immer moderner. In dieser Zeit wächst Benio Hanamura auf. Ihr alleinerziehender Vater hat sie jedoch etwas mehr wie einen Jungen aufgezogen, weswegen Benio deutlich wilder als ihre Altersgenossinen ist. Daher ist sie auch wenig begeistert als ihr Vater von ihrer anstehenden Verlobung in Kenntnis setzt, welche ein altes Familienversprechen endlich erfüllen soll. Während der Bakumatsu-Ära hatte sich ihr Großvater in die Großmutter ihrers zukünftigen Verlobten verliebt, da sie jedoch auf unterschiedlichen Seiten standen war eine Heirat unmöglich und sie schworen, dass ihre Nachfahren einst diese Liebe erfüllen würden.
Unbewusst trifft Benio auf einem ihrer Ausflüge den jungen Offizier Shinobu Ijuin, ihren zukünftigen Verlobten, und fällt ihm wortwörtlich in die Arme, passiert halt mal wenn man auf Bäume klettern um den Papierdrachen herunterzuholen. Dieser verguckt sich direkt in seine Zukünftige und ist dabei auch von ihrer Art begeistert. Im Gegensatz zu Benio…

 

Die Premisse des Films ist jetzt nicht ungewöhnlich. Es ist im Grunde klassischer Romantic Comedy Stoff. Vielleicht noch gepaart mit Coming to Age, denn man merkt Benio deutlich an wie sie den Film über auch erwachsener wird. Gerade nachdem sie bei der Familie ihres Verlobten einzieht sieht man wie sie sich nach und nach verändert. Sie bleibt zwar immer noch eigensinnig aber sie wird trotzdem verantwortungsvoller. Und zu dem Zeitpunkt als Shinobu an die Front in der Mandschurei geschickt wird, würde ich sie als erwachsen bezeichnen.  Leider sieht man bei den anderen Figuren nicht ganz so stark eine Entwicklung, was jetzt aber nicht so tragisch ist.
Man könnte jetzt dem Film auch vorwerfen, dass er vorhersehbar ist. Natürlich entwickelt auch Benio Gefühle für Shinobu und als der Einberufungsbefehl kommt, ist klar, dass tragisch enden wird. Wobei letzteres eher daher kommt, dass es eine zweiteilige Geschichte ist. Wäre daher doof, wenn es gleich im Happy End enden würde. Die zweigeteilte Geschichte um Miss Hanamura ist auch vorteilhaft für das Gesamtbild, denn die Geschichte wird nicht gepresst, wodurch keine merkwürdigen Sprünge vorkommen oder wichtige Teile zu kurz kommen.

Bild und Ton lassen sich gut an. Gerade die farblich ist alles auf einen fröhlichen Geschichtsstoff eingestimmt. Denn so fröhlich die Geschichte ist, so farbenfroh ist sie auch. Wie immer habe ich ein gewisses Problem mit der deutschen Synchro, was auch wie immer nicht an der Qualität liegt, sondern an mir selbst, weil es einfach für mich nicht passen will. Wenn man jedoch quasi im Kino sitzt, hat man halt nicht die Auswahl, wie im DVD/Blu-Ray Menü sondern nimmt was kriegt.

So richtig wusste ich nicht was mich erwartet und normalerweise bin ich jetzt nicht der RomCom-Freund aber ich wurde gut unterhalten. Habe gelacht und war teilweise auch kurz mal an der Tränengrenze, da hilft es auch nicht zu wissen, dass es so nicht endet, wie es endet. Für einen gemütlichen Abend oder Nachmittag ist der Film genau richtig. Auch muss man nicht permanent präsent sein um zu verstehen was passiert. Es gibt nur ein paar Szenen, die wirklich erlebt werden sollten um bestimmte Handlungspunkte zu verstehen. Und für die männlichen Maid-Cosplayer da draußen, denkt dran der Busen gehört nach vorne, das erspart peinliche Belehrungen ;-).

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Verfasst 23. August 2019 von Velverin in category "Kino Serien Musik uvm", "Kino/Cinema

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